Sorgen der Jugend – Studie sieht Jugendliche im Krisenmodus

Sorgen der Jugend – Studie sieht Jugendliche im Krisenmodus

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Eine Studie von Klaus Hurrelmann und Simon Schnetzer sorgt dieser Tage für Aufregung, denn sie zeigt, dass die Jugend im Dauerkrisen-Modus steckt und sie große Sorgen und Ängste plagen.

Trendstudie 2022 legt Sorgen der Jugend dar

Die repräsentative Trendstudie 2022 von Hurrelmann und Schnetzer sieht die Sorgen der Jugend als massives Problem an und bescheinigt den deutschen Jugendlichen einen „Dauerkrisenmodus“.

Während die Befragten zwischen 14 und 29 Jahren in der Vergangenheit als wichtige Themen Spaß, Sinn und Sicherheit nannten, sind dies nun Krieg, Klima und Corona, wobei sowohl die drohende Kriegsgefahr als auch die permanente Überlagerung von Krisen einen Effekt haben werden.

Die Jugendlichen leiden unter Kontrollverlust, Zukunftsängsten und akuten Sorgen. Es gab durch Corona Einschränkungen in der Freizeitgestaltung, die Beziehungen und schulischen sowie beruflichen Perspektiven haben sich verschlechtert, der Klimawandel besorgt viele Befragte und nun kommt noch eine akute Kriegsgefahr dazu.

Das sind die häufigsten psychischen Belastungen der Jugend

Die bekannten Jugendforscher Klaus Hurrelmann und Simon Schnetzer befragten die Jugendlichen nach den akut empfundenen psychischen Belastungen. Diese waren nicht unbedingt eindeutig, aber 45 Prozent der 1021 Befragten nannten Stress, gefolgt von 35 Prozent Antriebslosigkeit. Diese könnte auch mit den 32 Prozent Langeweile oder den 32 Prozent Erschöpfung zusammenhängen. 27 Prozent der Befragten berichteten von Depressionen und Niedergeschlagenheit. Glücklicherweise empfanden nur 7 Prozent Suizidgedanken.

Offensichtlich konnten die Jugendlichen mehrere Dinge benennen. Die Antworten zeigen eine schwere Last und die Befragten machten sich Sorgen um ihre Zukunft im Beruf und ihren finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnissen.

Zukunftsängste, Krieg, Klimawandel, Corona sind Sorgen und Belastungsfaktoren der Jugend in Deutschland.

Dennoch war die Grundstimmung durchaus positiv und ein starker Optimismus ist zu spüren, wenngleich der Krieg in der Ukraine große Sorgen offenbart. Der Krieg war mit 68 Prozent das besorgniserregendste Thema. Der Klimawandel lag dahinter mit 55 Prozent, Inflation mit 46 Prozent, Spaltung der Gesellschaft mit 40 Prozent und eine Wirtschaftskrise mit 39 Prozent. Neben Krieg und Umwelt waren es also eher gesellschaftliche und wirtschaftliche Sorgen, die Jugendliche beschäftigen.

Das wünschen sich Jugendliche eigentlich

In den letzten Jahren waren die größten Wünsche der Jugendlichen ziemlich konstant:

  • Spaß
  • Sinn
  • Sicherheit
Jugendliche wünschen sich Sicherheit in Form von Geld und Spaß.

Ehrlich gesagt war es schon zu meiner Jugend so. Man möchte noch Spaß haben, bevor der gefühlte Ernst des Lebens los geht. Außerdem strebt man nach einem Sinn im Leben und in dem, was man tut und tun wird. Auf der anderen Seite möchte man auch Sicherheit haben. Ein Haus, eine Familie, Freunde, ein Auto, einen guten Job, der einem Freude macht. Außerdem Geld für Reisen.

Es ist verständlich, dass diese Wünsche angesichts der Sorgen umso mehr bedroht scheinen. Andererseits gehört dennoch ein gesundes Maß and Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu den Wünschen.

Jugendliche können sich der Studie zufolge eher nicht vorstellen, einen Wehrdienst oder einen Freiwilligendienst zu machen. Auch Sanktionen gegen Russland stehen sie kritisch gegenüber.

In ihrem direkten Umfeld wünschen sich Jugendliche vor allem mehr Unterstützung und Hilfe. Das ist vor allem wichtig, weil der lang gehegte Wunsch des Pandemie-Endes nicht erfüllt wurde und sie zunehmend einen Kontrollverlust wahrnehmen.

Trends der letzten Jahre

Schnetzer und Hurrelmann haben die Studie schon öfter durchgeführt (zweimal im Jahr) und können so auf Trends zurückblicken, da immer eine ähnliche Anzahl von Jugendlichen zwischen 14 und 29 Jahren befragt wird. Außerdem werden Fragen wiederholt gestellt, andere werden den aktuellen Ereignissen angepasst.

Trotz einer Überdrüssigkeit sind die Jugendlichen immer noch überwiegend bereit, die Hygienemaßnahmen mit zu tragen.

Die Leistungsmotivation Spaß wurde von Geld überholt. Dies ist für die Forscher ein Zeichen, dass die Zukunftssorgen einen Fokus auf die Sicherheit lenken.

Politisch ist die Jugend grün und liberal eingestellt. Das zeigte auch die letzte Bundestagswahl, bei der die Erstwähler der FDP und den Grünen die meisten Stimmen gaben. Das ist auch nicht verwunderlich, weil die beiden Parteien für Klimawandel und wirtschaftliche Entwicklung stehen.

Hier kannst du Hilfe bekommen

Wenn du selbst betroffen bist von den oben beschriebenen Problemen, dann helfen dir Freunde, Lehrer, Eltern und wenn das nicht reicht oder du dort nicht die richtige Hilfe bekommen kannst, auch Angebote wie die Nummer gegen Kummer.

Wie ist es mir dir? Teilst du die Sorgen und Wünsche der Befragten?


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