Don’t stay in School

Lesedauer 3 Minuten

Don’t stay in school

Ein Schüler hat mir dieses Video empfohlen. Es geht um Dinge, die Schüler nicht in der Schule gelernt haben und was dafür auf dem Lehrplan stand. Zuerst habe ich es als Teenager-Gedanken angesehen und manche Dinge sehe ich immer noch so wie zum Beispiel die Schüler, die sich unbedingt ein Baby wünschen. Wenn sie auf der einen Seite nicht wissen, wie man wählt, Steuererklärungen macht oder ein Konto eröffnet, welche Rechte man besitzt und wie Erste Hilfe funktioniert, dann ist der Wunsch nach einem Kind wohl unverantwortlich für Erwachsene.

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In vielem muss ich Dave Recht geben. In vielem kann ich das aber auch nicht oder nur bedingt. Ich möchte niemanden angreifen oder beschuldigen.

Ich mache viel Unterricht nach Lehrplan und ich stehe auch hinter den meisten Dingen, die wir den Schülern beibringen. P-Q-Formel, Erster Weltkrieg, Gedichtsanalyse, etc. sind alles Ereignisse, die für die Schüler nicht spannend sind, aber einen Überblick über die Welt geben, Kenntnisse vermitteln oder Denken auf bestimmte Arten fördern. Ich glaube daran, dass wir noch im 18. Jahrhundert leben würden, wenn wir unseren Schüler nicht auch Sachen beibrächten, die sie für sinnlos halten. Sogar, wenn sie Recht haben und sie es nie wieder in ihrem Leben brauchen. Sie haben geübt, auf eine andere Art zu denken.

Was machen die Eltern?

Dinge wie Kontoeröffnungen, Steuererklärungen oder die Jobsuche habe ich auch nicht in der Schule gelernt. Mit manchen dieser Dinge kenne ich mich nun aus, mit anderen weniger. Das sind primär Aufgaben der Eltern und doch akzeptiere ich, dass die Schule den Eltern hierbei helfen muss, weil die Eltern keine Zeit haben oder es selber nicht gelernt haben. Das hat meiner Meinung nach ursächlich mit dem Sterben der Kriege im 20. Jahrhundert zu tun, in dem viele Familien sich mit einer anderen Situation konfrontiert sahen.  Hinzu kommt ein demographischer Wandel, der die Familienverhältnisse und die sozialen Strukturen verändert hat. Die Eltern leben vieles vor und können bestimmte Dinge auffangen. Als Staat darf man mittlerweile nicht mehr davon ausgehen, weil Frauen so schlecht dastehen, wenn sie ihre Kinder großziehen wollen und damit auf eine Karriere und eine akzeptable Rente verzichten.

Schule zu akademisch

Lehrer sind Akademiker, die für einen bestimmten Bereich geschult wurden und oft auch nur Schulen kennen. Viele Lehrer sind bestimmt auch für ihre Schüler zu akademisch, vor allem in Haupt- und Realschulen. Sie bereiten die Schüler im Gleichschritt für Tests vor, weil das System es so vorgibt. Zeitgleich sollen alle integriert und inkludiert werden, was Zeit für Blicke über den Tellerrand nimmt. Ich stehe hinter den Konzepten, aber es ist übertrieben, 25 bis 30 Schüler für ein Thema zu begeistern und auf 25 bis 30 Arten etwas zu erklären, zu fördern und das alleine.

Schule neu gedacht

Wir denken uns eine Schule, die maximal 20 Schüler pro Klasse hat und die lernwillig sind, wenn es sie interessiert. Sie erhalten neue Fächer wie „Alltagskunde“ oder „Staatsbürgerkunde“, in denen ihnen die Grundbegriffe des Lebens mit Familie und im Staat beigebracht werden. Die Lehrer dafür müssen entsprechende Anreize bekommen, da ein Anwalt oder Steuerberater für das Gehalt nicht in einer Schule arbeiten würde. Nach den Grundlagen werden die Kinder angeleitet, nach ihren Interessen zu arbeiten mit Lehrern, die für die Fächer spezialisiert sind. Die Schüler wählen sich ihre Themen und arbeiten eigenverantwortlich daran im Internet oder in Büchereien oder mit dem Lehrer.

Was können Schüler heute tun?

Übernehmt Verantwortung für die Dinge, die ihr noch nicht wisst. Fragt eure Eltern, fragt Leute, die es wissen können. Das können, müssen aber nicht, eure Lehrer sein. Lest Bücher, schaut ins Internet.

Fazit

Eigentlich ist es ein großes Lob, das Dave seinen Lehrern gibt, wenn er ihnen zutraut, ihm all die Dinge beizubringen, die er nicht gelernt hat. Und er scheint auch jemand zu sein, der in der Lage ist, seine Informationen selber zu bekommen. Am Ende war ich immer derjenige, den ich für das Fehlen von Wissen verantwortlich machen konnte und darüber bin ich froh.


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