Prüfungsangst und Selbstwert – Darum hast du noch nicht gelernt

Lesedauer 3 Minuten

Ich lese in meinem Kanal jedes Jahr hundertfach vor den Prüfungen, dass Schüler kurz vor der Prüfung noch nicht gelernt haben. Das ist Prüfungsangst und dient dem Selbstwert!

Prüfungsangst und Selbstwert

Ich lese es jedes Jahr aufs Neue in mehreren hundert Kommentaren: „Ich habe noch nicht angefangen zu lernen!“ Und das Ganze nur wenige Tage und teilweise Stunden vor der Prüfung.

Das hat mehrere Gründe:

  1. Prüfungsangst lähmt dich und du bist überfordert von der Stofffülle.
  2. Du willst deinem Selbstwert helfen.

Bisher hatte ich immer die Prüfungsangst im Hinterkopf und habe versucht, die Schüler auf meinem Kanal Lernsnacks zu motivieren, dass sie sich ihre Zeit einteilen und Lernpläne erstellen. Außerdem habe ich probiert, den Stoff schülergerecht zu erklären.

Den Selbstwert hatte ich bisher noch nicht auf dem Schirm und habe über solche Kommentare geschmunzelt oder den Kopf geschüttelt. Aber nun habe ich herausgefunden, dass dieses Thema von Psychologen schon umfassend behandelt wurde.

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Das sind Selbstwert-Dienliche Strategien

Wenn du dich in einer stressigen Situation wie zum Beispiel der Zeit vor einer Abschlussprüfung, dem Abitur, der Masterprüfung, Bachelorprüfung, einer wichtigen Klausur, den Zentralen Klausuren, den Zentralen Prüfungen 10 (ZP 10) befindest, dann spielt nicht nur das Lernen und die Möglichkeit, einen Abschluss zu bestehen oder eben auch durchzufallen, eine Rolle. Du hast vielleicht Angst, dass du dein Gesicht verlierst! Dein Selbstwertgefühl ist in Gefahr! Und wenn du deinen Selbstwert verlierst, dann ist das für dich vielleicht schlimmer als eine vermasselte Prüfung.

Du bist aber nicht alleine und schützt dich manchmal auf eine ganz ungünstige Weise, die dir sogar schaden könnte!

  1. Selbstwertdienliche Attributionen (Miller und Ross 1975): Du beziehst Erfolge auf deine Leistungen und Misserfolge auf andere. Die Verantwortung für das Durchfallen tragen dann die Lehrer oder Corona.
  2. Selbstbehinderung (Berglas und Jones 1978): Wenn du von einem Misserfolg ausgehst, lenkst du dich mit anderen Sachen ab, damit du am Ende sagen kannst, dass zum Beispiel das Feiern oder das viele Zocken daran Schuld waren.
  3. Selbstbestätigung (Steele 1988): Du suchst die andere Stärken und baust darauf. Damit rechtfertigst du, dass du zwar die Prüfung nicht bestanden hast, aber ein guter Kumpel bist.
  4. Abwärtsgerichtete soziale Vergleiche (Wills 1981): Dabei stellst du dich über andere und sagt, dass andere schlechter waren als du, auch wenn du schon nicht gut warst.

Tatsächlich wird der Selbstwert bei vielen Menschen durch das Durchfallen in Prüfungen massiv gesenkt und das verstärkt die Prüfungsangst noch mehr.

Am besten kannst du deinen Selbstwert im Hinblick auf Prüfungen natürlich durch Lernen und gute Noten erhöhen, was dann auch deine Prüfungsangst verringert.

Gesichter von Prüfungsangst, collage photo of woman
Prüfungsangst hat viele Gesichter (Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com)

Tipps für den Umgang mit Stress und Prüfungsangst

  1. Fange rechtzeitig an! Je früher du dir einen Überblick verschaffst, umso besser ist es für die Vorbereitung auf die Prüfung und umso weniger Stress hast du.
  2. Mach dir klar, was von dir erwartet wird und was nicht!
  3. Baue dir Puffer ein, damit du auch immer noch flexibel bleibst.
  4. Suche dir Hilfe für das Lernen wie einen Tandempartner. Geteiltes Leid ist halbes Leid.
  5. Suche dir eine Nachhilfe, die dir Themen erklärt.
  6. Mache genug Sport und schlafe genug.
  7. Die Prüfung ist wichtig, aber sie soll dein Leben nicht beherrschen.
  8. Lerne in kleinen Häppchen, aber lerne!
  9. Mache dir Lernkarten, die du immer wieder zur Hand nehmen kannst.
  10. Übe doch mal Meditation oder Yoga. Auch autogenes Training ist gut.
  11. Lerne an einem neutralen Ort wie der Schule oder eine Bücherei.
  12. Arbeite nicht im Bett oder auf dem Sofa!
  13. Sprich mit deinen Eltern über deine Sorgen und Ängste!
  14. Wenn du in der Prüfung Angst kriegst, schließe die Augen und atme ruhig ein und aus!
  15. Denke nicht an die Dinge, die passieren könnten, sondern konzentriere dich auf deine Aufgabe!

Positive Sätze für dich und deinen Selbstwert!

  • Ich wäre nicht dort, wo ich bin!
  • Andere haben genauso Probleme wie ich!!!
  • Ich bin gut!
  • Ich bin gut vorbereitet!
  • Ich habe auch schon andere Prüfungen geschafft.
  • Es ist okay nervös zu sein. Das macht mich aufmerksamer!
  • Ich mache mir über Nicht-Bestehen Gedanken, wenn ich die Prüfung hinter mir habe und sie wirklich so schlimm war.

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