Mathe Lernen ist wie Kochen mit Rezept

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Viele Schüler suchen den Sinn in Mathe, aber tatsächlich ist Mathe eher ein Mittel zum Zweck. Es geht darum, die Wirklichkeit in Zahlen abzubilden und mit Hilfe von einfachen Methoden zu erfassen. Eben wie das Kochen nach Rezept.

So verstehst du Mathe und den Sinn dahinter

Die Überschrift klingt vielleicht etwas vollmundig, aber tatsächlich wollen Schüler immer den Sinn von Mathe verstehen. Als Lehrer muss ich oft sagen, dass bei einem Großteil der Aufgaben kein Sinn ist, sondern eine Funktion.

Die Binomischen Formeln quälen Schüler in der achten Klasse und es gibt in der Regel zwei Gruppen von Schülern:

  • Schüler, die es nicht kapieren.
  • Schüler, die einfach anwenden.

Bei den Binomischen Formeln gibt es keinen Sinn. Sie sind ein Handwerkszeug. Gut, es gibt schon einen Sinn, aber der spiegelt nicht die Lebenswirklichkeit von Schülern wieder.

Die Binomischen Formeln zeigen, wie der Flächeninhalt von zwei Quadraten in Beziehung steht. Es hat also was mit Geometrie zu tun, wird aber vor allem in der Arithmetik verwendet.

Der Satz des Pythagoras ist hingegen etwas, das schon einen Sinn ergibt: Mit ihm lassen sich fehlende Seiten in einem Dreieck berechnen und so können zum Beispiel Entfernungen berechnet werden. Man kann aber den Satz des Pythagoras auch anwenden, wenn man den Sinn dahinter nicht versteht. Man muss sich nur merken, dass er für rechtwinklige Dreiecke gilt.

Das heißt also zusammengefasst:

Mathematik hat schon einen Sinn, aber Schüler müssen diesen nicht kennen. Sie müssen wissen, wann sie eine Formel oder einen Term anwenden können und dazu erhalten sie in der Schule einen Werkzeugkasten bereit gestellt. Es ist manchmal sogar einfacher, wenn man den Sinn von Mathe gar nicht sucht, sondern sich merkt, wann man das Werkzeug anwendet. Und damit hast du auch den Sinn verstanden: Mathe lernen in der Schule bedeutet oft, dass du Werkzeuge der Mathematik lernst.

Mathe ist wie Kochen oder Lego bauen

Ich vergleiche Mathe gerne mit Kochen nach einem Rezept oder eben mit Lego bauen:

Wir haben Zutaten oder Klemmbausteine und ein Rezept oder einen Bauplan, um zu einem Ziel zu kommen. Wenn wir also Schritt für Schritt durch das Rezept gehen, dann haben wir ein leckeres Essen und wenn wir die Anleitung befolgen, haben wir ein Modell gebaut.

Diese Kochrezepte oder Anleitungen nennt man auch Algorithmen. Sie sind in der Lage, viele Probleme auf die gleiche Weise zu lösen und kommen dabei immer zum gleichen Ergebnis, wenn sie richtig angewendet werden.

Ein Beispiel hierfür sind die schriftlichen Rechenverfahren. Aber auch komplexere Methoden wie Kurvendiskussionen folgen immer den gleichen Schritten und können für beliebige Funktionen angewendet werden.

Mathe lernen ist wie Kochen nach Rezept.

Wenn du backst oder Lego baust, dann fragst du auch nicht danach, warum du diesen Stein nun vor dem anderen bauen musst. Du akzeptierst, dass es so ist und oft ist Mathe genauso.

Oft sind Schüler erstaunt, dass sie schon beim Ergebnis sind, wenn sie einfach den Schritten folgen. Das liegt auch daran, dass man immer denkt, dass Mathe schwer sein müsse. Das muss es aber nicht.

Viel Spaß beim Mathe lernern!


Kommentare

Eine Antwort zu „Mathe Lernen ist wie Kochen mit Rezept“

  1. […] für teilweise richtige Lösungen oder den korrekten Ansatz. Wichtig ist daher, dass du lernst, Mathe als eine Art Kochrezept zu sehen. Zudem hast du pro Aufgabe auch mehrere […]

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