Ungerechte Noten: Was tun?


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Noten sind nicht rein sachlich und scheinen nicht immer objektiv. Daher klagen viele Schüler und Eltern über ungerechte Noten und wollen wissen, was sie tun können.

Was tun bei ungerechten Noten?

Aus meiner Erfahrung als Lehrer und Vater werden Noten oft als ungerecht empfunden, weil die Notengebung nicht transparent genug ist. Schüler vergleichen sich und andere miteinander und setzen Maßstäbe wie „Ich habe mich aber mehr gemeldet als im letzten Halbjahr“ oder „Die meldet sich ja nie und hat trotzdem eine bessere Note“.

Der erste Schritt bei einer als ungerecht empfundenen Note ist der Gang zum Lehrer.

  • Sage, dass du die Note nicht nachvollziehen kannst.
  • Lass dir die Notenfindung erklären.
  • Lass dir Tipps geben, wie du die Noten verbessern kannst.
  • Teile deinem Lehrer mit, welches Ziel du verfolgst.
  • Erkläre vielleicht, warum deine Leistungen bisher nicht so gut waren wie du es gerne hättest.

Es hilft aber nur bedingt, wenn du dich bei einem Blauen Brief beschwerst, weil du eher versuchen solltest, dass du versetzt wirst und nicht sitzenbleiben musst.

Der Lehrer mag mich nicht!

Schlechte Noten werden häufig damit begründet, dass ein Lehrer die Schüler nicht mag oder andere Schüler bevorzugt. Natürlich kann es sein, dass ein Lehrer Schüler nicht mag und natürlich gibt es, auch wenn das unprofessionell scheint, Lieblingsschüler.

Glücklicherweise können die meisten Lehrer trotzdem professionell bleiben und geben die Noten aufgrund der Leistungen. Natürlich wird ein sympathischerer Schüler besser bewertet, wenn es drauf ankommt und es wird vielleicht eher mal ein Auge zugedrückt als bei einem Schüler, der oft negativ auffällt.

Eine mangelhafte Leistung wird aber meiner Meinung nach meist nicht (nur) daran liegen, ob der Lehrer einen Schüler mag oder nicht.

So oder so bringt es selten etwas, dem Lehrer vorzuwerfen, dass er nach der Nase urteilt. Es ändert nichts an der Situation und kann sie oft sogar noch verschlimmern. Natürlich kannst du aber im Gespräch das Gefühl äußern, dass du dich zu schlecht bewertet siehst.

Beurteile deine fachliche Leistung objektiv

Es ist schwer, die Leistung eines Schülers oder einer Schülerin zu bewerten. Noch schwerer ist es natürlich für Schüler, die eigene Leistung objektiv und angemessen einzuschätzen.

Für eine gute Note ist nicht nur wichtig, wie oft du dich meldest. Die Qualität der Beiträge und auch die Anwendung auf neues Wissen sind wichtig.

Leider messen Schüler ihre Mitarbeit nur aufgrund der Anzahl von Wortmeldungen und halten ihre Note dadurch für besser als sie eigentlich ist. Es ist aber ein Unterschied, ob ich eine Vokabel richtig übersetze und eine Aufgabe korrekt berechne oder ob ich aufgrund eines Problems eine Lösung mit Hilfe meines Vorwissens finde, indem ich Vermutungen anstelle und flexibel mit dem Wissen arbeite.

Liegt es am Verhalten?

Das Verhalten eines Schülers spielt natürlich eine Rolle. Wenn ein Schüler oft stört, passt er ebenso oft nicht auf und lenkt sich und andere ab. Dadurch kann es auch passieren, dass der Lehrer den Schüler in einen Trainingsraum schickt, um in Ruhe unterrichten zu können.

Den verpassten Stoff muss der Schüler dann dennoch liefern. Wenn er das nicht tut, dann ist eine schlechte Leistung begründbar.

Ebenso können stillere Schüler schlechte Noten bekommen, weil sie sich bei der wichtigen mündlichen Mitarbeit oft zurückhalten. Das sollte nicht in einer 5 enden, aber eigentlich ist es eine mangelhafte Leistung, wenn du dich nicht aktiv am Unterricht beteiligst und der Lehrer das erwartet.

Die Lehrerbrille der Notengebung einfach erklärt

Versuche dich als Schüler in die Rolle des Lehrers zu denken:

  • Du hast 20 bis 30 Schüler vor dir, die gleichzeitig den Stoff lernen sollen.
  • Du kannst nicht in die Köpfe schauen.
  • Es fallen besonders die störenden und die fleißigen Kinder auf.
  • Die Note entwickelt sich über mehrere Wochen, sodass eine einzelne Stunde oder ein Referat nicht viel an der Note ändern kann.

Das sollten Lehrer gegen ungerechte Noten tun

Als Lehrer muss man sich diesen Vorwurf erst einmal gefallen lassen, aber kann ihm auch entgegen wirken.

  • Als Lehrer sollte man immer ein Zensurenbuch führen oder eine Notenverwaltung wie Tapucate oder TeacherTool haben.
  • So kann man den Schülern jederzeit Auskunft über ihre Noten geben.
  • Außerdem sollten Lehrer zu Beginn des Halbjahres die Erwartungen an die Schüler besprechen und auch erklären, wie die Noten zustande kommen.
  • In Gesprächen sollte man sich konstruktiv zeigen und keine Vorwürfe machen, dass das Kind so viel stört oder zu still ist.

Müssen Noten überhaupt sein?

Ich persönlich finde Notengebung immer schwer und unfair. Selbst bei Schülern mit der gleichen Note sind die Leistungen und das Zustandekommen der Note kaum vergleichbar.

Menschen in eine Form von 1 bis 6 zu pressen ist daher meiner Meinung nach falsch und zeigt nicht, was sie können und was sie ausmacht.

Viel eher sollte man probieren, die Schüler mit Kompetenzen zu beschreiben, anstatt sie vergleichbar zu machen und auf Noten zu reduzieren.


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