Aufgabentyp 4b - Analysierendes Schreiben, Argumentativer Text

Aufgabentyp 4b ZP 10 NRW – Sachtexte analysieren & bewerten

Lesedauer 3 Minuten

Du stehst vor der ZP 10 und hast dich für den Aufgabentyp 4b entschieden? Gute Wahl, denn viele Schüler wollen auf keinen Fall Aufgabentyp 4a schreiben! Hier geht es nicht nur darum, Informationen zu sammeln, sondern zu verstehen, wie ein Text funktioniert und was er bewirken will.

In diesem Artikel lernst du, wie du den Text knackst, ihn logisch aufbaust und dich klar vom Aufgabentyp 2 abgrenzt.

Die große Abgrenzung: Typ 2 vs. Typ 4b

Viele Schüler verwechseln diese beiden Typen und am Ende ist das auch nicht so dramatisch. Es gibt viele Gemeinsamkeiten im Vorgehen und die Aufgabenstellungen helfen dir dabei, das Richtige zu schreiben. Aber einige Punkte kannst du dir mit der korrekten Zielsetzung verdienen.

Typische MerkmaleTyp 2: Informierendes SchreibenTyp 4b: Sachtextanalyse
MaterialMehrere Materialien, mehrere Aspekte (Texte, Grafiken)Ein zentrales Thema (mehrere Materialien)
ZielLeser angemessen und sachlich über ein Thema informierenDie Materialien analyisieren, verknüpfen und argumentieren (Wieso? Weshalb? Warum?)
Deine RolleNeutraler BerichterstatterKritischer Analytiker
Eigene MeinungNur wenn explizit gefragt (selten)Pflichtteil am Ende (Stellungnahme)

Der Aufbau deines Textes

Dein analysierender Text folgt einer festen Struktur. Stelle es dir wie eine Rakete vor: Die Einleitung ist die Zündung und soll schnell ins Thema führen, während im Hauptteil eine längere Strecke zurückgelegt und Tempo aufgenommen wird. Bei der Landung kommt das Ergebnis deiner Reise mit deiner eigenen Meinung.

Einleitung (Der Basis-Check)

Hier lieferst du die Fakten im sogenannten TATTE-Satz:

  • Titel des Textes
  • Autor/in
  • Textsorte (Kommentar, Bericht, Glosse etc.)
  • Thema (In einem Satz: Worum geht es?)
  • Erscheinungsjahr/Ort

Hauptteil (Die Analyse-Phase)

Hier arbeitest du in drei Schritten und den Aufgabenstellungen der Klausur:

  1. Inhaltswiedergabe: Fasse das (gemeinsame) Thema und die Kernaussagen kurz in eigenen Worten zusammen (Sinnabschnitte bilden).
  2. Argumentationsstruktur: Wie bauen die Autoren ihre Texte auf und welche Meinungen werden vertreten? Gibt es Thesen, Argumente und Beispiele?
  3. Sprachanalyse: Welche rhetorischen Mittel werden genutzt (Metaphern, rhetorische Fragen, Übersteigerungen) und warum? (Wirkung).

Schluss (Die Bewertung)

Im Typ 4b folgt oft eine kritische Stellungnahme. In der Regel gibt es eine Aussage, zu der du dich äußern sollst. Hierzu nutzt du natürlich deine Materialien und deine eigene Meinung.

Nun ergeben auch die Aufgaben aus der Analyse einen Sinn, weil du dadurch erheblich vielschichtiger schreiben kannst und unterschiedliche Sichtweisen und Informationen in deine Bewertung einfließen lässt.

Strategien für die Prüfung

Egal, wie deine Prüfung genau aussehen wird, so wirst du Aufgaben haben, die dich durch den Schreibprozess leiten. Hier hilft es also, zuerst einmal die Aufgaben zu lesen und farbig zu markieren, welche Passagen im Text zu welcher Aufgabe passen.

  1. Fünf-Schritt-Lesemethode: Text zweimal lesen. Beim ersten Mal verstehen, beim zweiten Mal Markierungen für Aufgabenstellungen, Argumente und Sprache setzen.
  2. Die „Warum-Frage“: Frage dich bei jedem sprachlichen Mittel: Warum macht der Autor das? Will er provozieren, beruhigen oder vielleicht den Leser zum Lachen bringen?
  3. Konjunktiv nutzen: Bei der Inhaltswiedergabe nutzt du den Konjunktiv I („Der Autor behauptet, das Klima sei…“), um Distanz zum Text zu wahren und aufzuzeigen, dass die Sicht nicht deine ist oder sein muss.

Formulierungshilfen

Für die Einleitung

  • „Der vorliegende Sachtext mit dem Titel ‚…‘, geschrieben von …, im Jahr … erschienen, thematisiert …“
  • „In seinem Artikel setzt sich der Autor kritisch mit … auseinander.“

Für die Argumentationsanalyse

  • „Der Autor beginnt seine Argumentation mit der These, dass …“
  • „Zur Stützung seiner Position führt er als Beispiel … an.“
  • „Auffällig ist, dass der Autor Gegenargumente direkt entkräftet, indem er …“

Für die sprachliche Analyse

  • „Durch die Verwendung der Metapher ‚…‘ (Z. 12) verdeutlicht der Autor, dass …“
  • „Die rhetorische Frage in Zeile 5 soll den Leser dazu anregen, über … nachzudenken.“
  • „Der ironische Unterton des Textes lässt darauf schließen, dass …“

Für die Stellungnahme (Schluss)

  • „Betrachtet man die Argumente des Autors, so wird deutlich, dass …“
  • „Abschließend lässt sich sagen, dass die Argumentation (nicht) überzeugt, weil …“
  • „Meiner Meinung nach greift der Autor zu kurz, wenn er behauptet, dass …“

Häufige Fehler vermeiden

  • Nacherzählen statt Analysieren: Schreib nicht einfach den Inhalt ab. Erkläre, wie der Autor schreibt.
  • Belege vergessen: Jede Behauptung braucht eine Zeilenangabe (vgl. Z. 10).
  • Nur Aufzählen: „Da ist eine Alliteration und da eine Metapher“ reicht nicht. Du musst erklären, was sie im Text bewirken!
  • Zu wenig oder zu viel schreiben: Du muss nicht 5 Argumente und Beispiele für jede Aufgabenstellung finden. Aber als Faustregel kann man sich drei Stellen im Text suchen, die zu einer Aufgabe passen. So bleibt dein Text flüssig und nutzt trotzdem die Quellen.

Pro-Tipp: Die Verknüpfung von Textaussage und sprachlicher Gestaltung bringt die meisten Punkte!

Viel Erfolg bei deiner ZP 10

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